CO2-neutrale Landesverwaltung

Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Bestandssanierung

Energetische Standards für Bestandsgebäude

Nach den landesweit einheitlichen Standards sind energetische Grundsanierungen von Gebäuden so auszuführen, dass sie mindestens die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an den Primärenergiebedarf von Neubauten erfüllen.

Perspektivisch wird eine Unterschreitung des Primärenergiebedarfes um mindestens 45 Prozent gegenüber dem Neubaustandard angestrebt.

Weitere energetische Anforderungen

Über die vorgegebenen Standards hinaus ist bei Gebäudesanierungen in einer Alternativvariante die Wirtschaftlichkeit einer Unterschreitung des Primärenergiebedarfs um mindestens 45 Prozent gegenüber dem Neubaustandard zu prüfen. Bei der Gebäudehülle soll der mittlere Wärmedurchgangskoeffizient um 50 Prozent unterschritten werden.

Falls keine technischen Hinderungsgründe bestehen, sind bei Sanierungen bestehender Gebäude Photovoltaik-Anlagen entsprechend der nutzbaren (Dach)-fläche vorzusehen.

CO₂-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm (COME)

Zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden wurde das „CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm“ (COME-Programm) aufgelegt.

Mit diesem Programm sind zwischen 2012 und 2019 insgesamt 96 Liegenschaften energetisch saniert, Contracting-Maßnahmen durchgeführt und ein Energiemonitoring bei verbrauchsintensiven Liegenschaften aufgebaut worden. Teil des COME-Programms war außerdem die Erneuerung veralteter, mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel und die Umstellung von Feuerungsanlagen auf regenerative Energieträger wie z.B. Holzpellets oder Holzhackschnitzel - soweit dies technisch und wirtschaftlich möglich erschien. In einigen Liegenschaften wurden Blockheizkraftwerke für die Wärmeerzeugung installiert. Für die Sanierungsmaßnahmen sind insgesamt 154 Mio. Euro investiert worden.

Das zu Programmbeginn formulierte Ziel, 200.000 Tonnen CO2 innerhalb von 30 Jahren einzusparen, ist mit 250.000 Tonnen CO2-Einsparung deutlich übertroffen worden. Dieser Erfolg hat weiteren Programmen den Weg bereitet.

Sanierung im Bestand

Mit dem COME-Programm wird ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz und Verminderung von Treibhausgasemissionen in den Gebäuden des Landes geleistet

mehr zu den Projekten

COME-Hochschulen

Die hessischen Universitäten und Hochschulen sind annähernd für die Hälfte der CO2-Emissionen in der hessischen Landesverwaltung verantwortlich. Bei vielen besteht ein enormer Sanierungsbedarf und großes Potenzial für Energieeinsparungen. In einem zweiten Programm stehen deshalb 236 Mio. Euro für enegetische Maßnahmen an Hochschulgebäuden bereit. Damit sollen bis 2025 über 40 Sanierungsprojekte mit sehr unterschiedlichen Anforderungen umgesetzt werden. Neben der Ertüchtigung der Gebäudehülle stehen beispielsweise die Optimierung der Gebäudetechnik, Temperaturabsenkungsmaßnahmen bei Fernwärme-Anlagen, die Sanierung von Nahwärmenetzen, die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen gesamter Campusareale oder die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf der Agenda. Ziel dieser Maßnahmen ist die Einsparung von 180.000 Tonnen CO2 in 30 Jahren.

COME-Solar

Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, die Nutzung von Solarenergie zur Wärme- sowie für die Eigenstromerzeugung deutlich zu erhöhen. Somit wurde das Programm "COME-Solar" aufgelegt.

Da der Wärmebedarf in den Landesliegenschaften in der Regel nur saisonal, der Strombedarf hingegen ganzjährig besteht, wird der Fokus auf der Errichtung von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) liegen. Auf ca. 130.000 m2 Dachfläche soll bis 2023 rund 10,5 Megawatt Peak (MWp), PV-Leistung erschlossen und etwa 10 Gigawattstunden (GWh) an regenerativ erzeugtem Strom produziert werden. Für das Programm stehen 26 Millionen Euro bereit.

 

COME-Mobilität

Bis 2030 soll der komplette Fuhrpark der Landesverwaltung auf klima- und umweltfreundliche Fahrzeuge umgestellt werden. Somit erhalten alle Dienststellen eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Bis zu 150 Ladepunkte werden bis 2025 jährlich installiert. Vorgesehen ist, den Ausbau auf 300 Ladepunkte zu steigern. Parallel dazu wird der Fuhrpark des Landes schrittweise auf Elektroantrieb umgestellt.

Ebenso ist bis 2030 die Ausstattung der Dienststellen mit Abstellanlagen für Fahrräder vorgesehen. Dazu gehört auch die Errichtung von Ladeboxen für elektrisch unterstützte Fahrräder und die Einrichtung von 1.000 Fahrradabstellplätzen bis 2023.

mehr Infos zur Mobilität

Einen umfassenden Überblick über Klimaschutz im Gebäudebestand gibt der Gebäudereport 2021 der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie veröffentlicht wurde.

Download

dena-Gebäudereport 2021 – Fokusthemen zum Klimaschutz im Gebäudebereich