CO2-neutrale Landesverwaltung

Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Bestandssanierung

Energetische Standards für Bestandsgebäude

Nach den landesweit einheitlichen Standards sind energetische Grundsanierungen von Gebäuden so auszuführen, dass sie mindestens die Vorgaben des GEG an den Primärenergiebedarf von Neubauten erfüllen. Darüber hinaus ist in einer Alternativvariante die Wirtschaftlichkeit einer Unterschreitung des Primärenergiebedarfs um mindestens 45 Prozent gegenüber dem Neubaustandard zu prüfen.

Perspektivisch wird eine Unterschreitung des Primärenergiebedarfes um mindestens 45 Prozent gegenüber dem Neubaustandard angestrebt. Bei der Gebäudehülle soll der mittlere Wärmedurchgangskoeffizient um 50 Prozent unterschritten werden. Bei Sanierungen bestehender Gebäude sind, falls keine technischen Hinderungsgründe bestehen, Photovoltaik-Anlagen entsprechend der nutzbaren (Dach)-fläche vorzusehen.

CO₂-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm (COME)

Zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden wurde das „CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm“ (COME-Programm) aufgelegt.

Mit diesem Programm werden Liegenschaften energetisch saniert, Contracting-Maßnahmen durchgeführt und ein Energiemonitoring bei verbrauchsintensiven Liegenschaften aufgebaut. Innerhalb von 30 Jahren wird damit eine Einsparung von etwa 250.000 Tonnen CO2 erwartet. Als Teil des COME-Programms werden außerdem veraltete, mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel erneuert. Die Feuerungsanlagen werden, soweit technisch und wirtschaftlich möglich auf regenerative Energieträger wie z.B. Holzpellets oder Holzhackschnitzel umgestellt. Für die Wärmeerzeugung werden in einigen Liegenschaften Blockheizkraftwerke installiert, so dass damit die Wärmeerzeugerleistung deutlich reduziert werden kann. Für die Sanierungsmaßnahmen, die zwischen 2012 und 2020 durchgeführt wurden sind insgesamt 160 Mio. Euro investiert worden.

In einem zweiten Programm (COME-Hochschulen) stehen bis 2025 insgesamt 200 Mio. Euro für die Ertüchtigung von Hochschulgebäuden bereit. Damit sollen ca. 40 Sanierungsprojekte mit sehr unterschiedlichen Anforderungen bis 2025 umgesetzt und Einsparungen von 130.000 Tonnen CO2 in 30 Jahren erzielt werden.

Sanierung im Bestand

Mit dem COME-Programm wird ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz und Verminderung von Treibhausgasemissionen in den Gebäuden des Landes geleistet

mehr zu den Projekten

Zur Förderung der Solarenenergie und des Aufbaus der Elektroinfrastruktur werden weitere COME-Programme ins Leben gerufen:

COME-Solar und COME-Mobilität

Im Programm "COME-Solar" werden rund 130.000 m2 Dachfläche mit Anlagen zur Nutzung der Solarenergie ausgestattet. Erklärtes Ziel ist es, die Nutzung von Solarenergie zur Wärme- sowie für die Eigenstromerzeugung deutlich zu erhöhen. Bezogen auf die einzelne Landesliegenschaft können so zwischen 10 und 40 Prozent des Jahresstrombedarfs regenerativ zur Verfügung gestellt werden. Ergänzend sollen bei Gebäuden mit ganzjährig vorhandenem Wärmebedarf der Einsatz von solarthermischen Anlagen geprüft werden. Für das Programm COME-Solar stehen im Zeitraum 2021 bis 2023 insgesamt 26 Millionen Euro bereit.

Das Programm "COME-Mobilität" wird für den Aufbau einer landeseinheitlichen Elektroladeinfrastruktur sorgen. Damit werden jährlich bis zu 150 Ladepunkte und 1.000 neue Fahrradabstellplätze errichtet. Das erklärte Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen alle Dienststellen des Landes bedarfsgerecht mit Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ausgestattet sein. Parallel dazu wird der Fuhrpark des Landes schrittweise auf Elektroantrieb umgestellt.

mehr Infos zur Mobilität

Einen umfassenden Überblick über Klimaschutz im Gebäudebestand gibt der Gebäudereport 2021 der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie veröffentlicht wurde.

Download

dena-Gebäudereport 2021 – Fokusthemen zum Klimaschutz im Gebäudebereich